Die Schlauberger

Foto: Schlauberger

 

 

Im Schuljahr 2004/2005 gründete die GGUA in Münster das Pat*innen-Projekt „Schlauberger“, in dem ehrenamtlich engagierte Erwachsene Schülerinnen und Schülern mit Flucht- und Migrationshintergrund bei den Hausaufgaben und beim Deutschlernen helfen. Das Projekt kooperiert dabei sowohl mit Schulen als auch mit außerschulischen Trägern. Laufend werden ca. 80 Kinder und Jugendliche von ebenso vielen ehrenamtlich Engagierten individuell auf ihrem Bildungsweg begleitet.

Ziel des Projekts ist es, einen Beitrag zur Erhöhung der Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu leisten. Um dies zu erreichen,

  • erhalten diese Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache und Hilfe bei den Hausaufgaben,
  • werden ihnen Lern- und Arbeitstechniken vermittelt, die eigenständiges Lernen ermöglichen,
  • werden sie zum Lernen motiviert, sodass sich Erfolgserlebnisse einstellen, die sie in ihrem Selbstwertgefühl stärken.

 

Was uns besonders wichtig ist…

Dreh- und Angelpunkt des Projekts ist die 1:1-Betreuung, bei der sich jeweils ein Erwachsener um ein Kind kümmert. Auf eine solch individuelle Betreuung wird großer Wert gelegt, da Kinder und Jugendliche mit Flucht- und Migrationshintergrund häufig mit Problemen wie Sprachschwierigkeiten, unsicherem rechtlichem Status, Armut etc. zu kämpfen haben. Dadurch ergeben sich besondere Lebensumstände, die im Rahmen des „Schlauberger“-Projekts berücksichtigt werden und auf die die Ehrenamtlichen sensibel eingehen.

Gerade die Kinder und Jugendlichen mit Fluchterfahrungen (eigenen oder denen ihrer Eltern) haben häufig ein besonderes Bedürfnis nach verlässlicher Unterstützung und Zuwendung.

Indem sich ein Erwachsener über einen längeren Zeitraum ein- oder auch zweimal pro Woche intensiv mit seinem „Patenkind“ beschäftigt und es dort „abholt“, wo es sich in seiner Lernentwicklung gerade befindet, erhält es das Gefühl, „gesehen“ und wichtig genommen zu werden. Diese Aufmerksamkeit und Zuwendung sowie die Erfolgserlebnisse, die kontinuierliches Lernen bewirken kann, stärken das Selbstwertgefühl des Kindes und machen es sowohl bei der Bewältigung seiner Aufgaben wie auch im Umgang mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern sicherer.

 

Qualifizierungen für Ehrenamtliche

Ehrenamtliche, die sich für diese Arbeit interessieren, werden nicht „ins kalte Wasser geworfen“. In einem Erstgespräch klärt die Projektkoordinatorin vielmehr zunächst die beiderseitigen Erwartungen sowie die Möglichkeiten und Kompetenzen der oder des künftigen Ehrenamtlichen. Nach Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses lernt die Patin oder der Pate ihr bzw. sein Patenkind sowie dessen Eltern im Büro der GGUA-Geschäftsstelle kennen. Erst dann kann es losgehen! Im Laufe der Patenschaft steht die Projektkoordinatorin den Pat*innen bei Fragen und Schwierigkeiten zur Seite; Tipps zu klugem didaktischem Vorgehen, Informationen über aufenthalts- und sozialrechtliche Themen oder die Gelegenheit, über die eigene Motivation oder interkulturelle Begegnung und Missverständnisse zu reflektieren, gibt es in Fortbildungsveranstaltungen. mehr

 

Aktionen und Projekte

Zusätzlich zur schulischen Hausaufgabenbetreuung finden Aktionen und Projekte statt, die einfach nur Freude machen und zu einem guten Verhältnis zwischen dem Lernpaten und dem Kind beitragen sollen (gemeinsame Ausflüge und Zoo- oder Theaterbesuche); darüber hinaus bieten sie Kindern und Jugendlichen, die sich in der Schule als wenig erfolgreich erleben, die Gelegenheit zur Entfaltung ihrer – vielleicht anders gelagerten – Begabungen (z.B. Breakdance- und HipHop-Kurse oder Theaterworkshops).

 

 

Ehrenamtliche berichten von ihren Patenschaften

 

Mit Hausaufgabenbetreuung zum Erfolg

Anfang Oktober 2007 hat mich Frau Kokoszka von der GGUA Flüchtlingshilfe Münster e. V. gebeten, im Rahmen des Schlauberger-Projektes zwei afghanische Mädchen schulisch zu unterstützen.

Herr Nabizada kam 1982 über Iran, seine Ehefrau 1994 über Pakistan nach Deutschland. Die drei Töchter wurden hier geboren, Morsal 1995, Meschgan 1996. Die jüngste Tochter geht noch zur Grundschule […]

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Sabrije und Rike – eine Erfolgsgeschichte

„Migration - eine Herausforderung für die Bildungspolitik“, lautete der Titel meiner Abschlussarbeit im Rahmen des Ersten Staatsexamens in Soziologie. Dabei musste ich schnell feststellen, dass Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem nach wie vor stark benachteiligt sind. Einige mögliche Ursachen dafür lassen sich in bildungssoziologischen Theorien finden, aber dann?

Sich mit dieser Situation zufrieden zu geben, zu sagen, sie sei systemisch bedingt und damit nicht zu ändern - diese Aussicht passte mir nicht […]

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Kontakt

Wenn Sie mehr Informationen über die „Schlauberger“ bekommen möchten, oder Interesse haben, eine Lernpatenschaft zu übernehmen, setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung:

Barbara Veldkamp

Fon: 0251-14486-22

Mail: schlauberger(at)ggua.de