Interkulturelle Begegnungen in der Flüchtlingsarbeit

Foto: Hamida Steinhaus

 

Alle zwei Jahre findet in Münster der Freiwilligentag statt. Bereits zum vierten Mal hatten die Münsteraner Bürgerinnen und Bürger am 29.09.2012 die Möglichkeiten sich für einen Tag in verschiedenen Projekten und Organisationen zu engagieren und sich über diese zu informieren.

Auch die GGUA öffnete an dem Tag, an dem gleichzeitig auch das interkulturelle Fest stattfand, ihre Pforten. Acht an der Arbeit der GGUA interessierte Bürgerinnen und Bürger haben ihren Weg in die Südstraße gefunden. Sie wurden über die verschiedenen Arbeitsbereiche informiert und näherten sich in unterschiedlichen Übungen der Bedeutung eines offenen, wertschätzenden und kultursensiblen Umgangs mit- und untereinander. Ein Umgang wie er in der Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft unerlässlich ist

In vier Stunden entspannter und doch konzentrierter Atmosphäre arbeiteten die Freiwilligen aktiv und interessiert mit. Sie bekamen die Möglichkeit Befremden und Verunsicherung durch eine Übung der Interkulturelle Begegnung selber konkret zu erleben und anschließend zu reflektieren. In der Auseinandersetzung mit Beispielen von Interkulturellen Missverständnissen wurde deutlich, dass Menschen aus unterschiedlichen sozialen und kulturellen Kontexten heraus agieren. Selbst freundliche, gutgemeinte Gesten, Handlungen, Worte können aus einem anderen Kontextsystem ganz gegenteilig aufgefasst werden. Das macht die interkulturelle Begegnung nicht immer einfach und lässt sie manchmal sogar scheitern. Es wurde auch deutlich dass sich Interkulturelle Missverständnisse nicht vermeiden lassen, es jedoch wichtig ist eigenes Verhalten zu reflektieren und sich darüber bewusst zu sein, dass es neben eigenen Erklärungsmustern noch andere in sich kohärente Muster mit derselben Berechtigung gibt.

Was bedeutet Ungerechtigkeit? Welche Auswirkungen hat Chancenungleichheit? Die Bedeutung dieser und weiterer Fragen erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Tag ganz direkt an der eigenen Person. In einer letzten Übung wechselten sie die eigene Perspektive und versetzten sich in unterschiedliche Lebensrealitäten. Sie erfuhren sichtbar was es bedeutet nicht die gleichen Rechte, bessere oder schlechtere Startvoraussetzungen, Chancen und Möglichkeiten als andere Menschen zu haben. Und sie erlebten im Ansatz, was das für ein Gefühl ist, ganz oder in einigen Teilen ausgeschlossen aus der Gesellschaft zu sein.

Der Tag in der GGUA machte deutlich, dass es wichtig ist die eigene Haltung stets auch zu reflektieren, die Augen zu öffnen und Ungerechtigkeiten und Menschenrechtsverletzungen aktiv entgegen zutreten.

Es gibt viel zu tun. Packen wir es an.