Schon 2018 bezeichnete der damalige Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Migration als „Mutter aller Probleme“. Die seither sich entwickelnde gesellschaftspolitische Debatte zeigt, dass diese Diagnose mittlerweile zum parteiübergreifenden Konsens geworden ist. Wer sich heute öffentlich über das Migrationsgeschehen äußert, spricht in aller Regel im selben Atemzug von Überforderung und Begrenzung.
Asylsuchende begegnen uns im Alltag zwar kaum, weil sie zumeist eine räumlich abgeschottete und sozial isolierte Existenz fristen. Politisch-medial aber verfolgen sie uns auf Schritt und Tritt: als Gefährder, Messerstecher, „Sozialschmarotzer“ und Sexualstraftäter. Die Öffentlichkeit hat sich darauf verständigt, dass Migration das Problem ist, an dessen Bewältigung sich das Schicksal des Gemeinwesens entscheiden wird.
Replik auf Daniel Thyms Erosion des menschenrechtlichen Konsenses

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