NRW hat Platz: Geflüchtete aus Lagern in Griechenland evakuieren

Pressemitteilung der Seebrücke NRW

Die SEEBRÜCKE NRW fordert mit dem Paritätischen NRW, der GGUA, der AWO NRW und dem Landesverband progressiver jüdischer Gemeinden in einem Offenen Brief die Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten aus den EU-Lagern in Griechenland in NRW. Der Brief richtet sich an die Abgeordneten des Landtags und insbesondere Integrationsminister Joachim Stamp (FDP). Ein Antrag der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, über den am 11.3.20 abgestimmt wird, bietet dazu die Möglichkeit. Die SEEBRÜCKE NRW begleitet die namentliche Abstimmung mit einer Kundgebung.

Die Situation an der türkisch-griechischen Grenze ist eine humanitäre Notlage. Laut Medienberichten gibt es erste direkte Todesopfer dieser menschenverachtenden Politik. „Geflüchtete Menschen werden hier zum Spielball politischer Interessen gemacht. Die europäischen Staaten schotten Europa ab. Das geht auf Kosten der Schwächsten. Menschen, die u.a. vor Krieg und Verfolgung fliehen, werden bekämpft, anstatt Ihnen Schutz zu gewähren“, so Sebastian Koch von der SEEBRÜCKE.

In den letzten Tagen gehen tausende Menschen in vielen NRW-Städten, darunter Köln, Düsseldorf, Dortmund, Duisburg und Bonn mit der SEEBRÜCKE auf die Straße, um gegen diese Abschottungspolitik der EU zu protestieren.

Erst vor einer Woche war die SEEBRÜCKE mit Vertretern der ev. Kirche und Bürgermeistern der „Sicheren Häfen“-Städten auf Lesvos, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Von dieser Delegationsreise der SEEBRÜCKE, sowie dem Offenen Brief, wird Johannes Gaevert von der SEEBRÜCKE auf der Landespressekonferenz am 6.3.2020 berichten.

„Zehntausende Menschen werden auf den griechischen Inseln, auf europäischem Boden, in bitterer Not festgehalten. Dabei ist die Aufnahmebereitschaft in NRW groß. Es gibt inzwischen viele Städte, Kommunen, Landkreise und zivilgesellschaftliche Gruppen in NRW, die hier unterstützen wollen, es aber nicht dürfen.“ sagt Sebastian Koch von der SEEBRÜCKE.