Neuer Versorgungsberichte der BAfF

Nur 3,3 Prozent des Bedarfs gedeckt. Schwere Versorgungslücke für Überlebende von Folter und Gewalt

Die psychische Gesundheit geflüchteter Menschen ist im letzten Jahr immer stärker ins Zentrum aktueller migrationspolitischer Debatten gerückt. Die Auseinandersetzungen haben an Schärfe gewonnen – mitunter ohne, dass die Faktenbasis zur Versorgungssituation in Deutschland berücksichtigt wird.  

Deshalb gibt die BAfF anlässlich des Internationalen Tags zur Unterstützung von Folterüberlebenden eine Grundlage für die politischen Auseinandersetzungen an die Hand.  

Versorgungsbericht 2025 der BAfF:

Mit dem Versorgungsbericht 2025 der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF e. V.) erhalten Sie die einzige konsolidierte Erhebung zur psychischen Gesundheit Geflüchteter in Deutschland. Er stützt sich auf Daten aus 48 Psychosozialen Zentren (PSZ), die 2023 mehr als 29.000 Klient*innen begleitet haben. 

5 Kernfragen, die der Bericht beantwortet: 

  • Wie viele geflüchtete Menschen sind traumatisiert und bei welchem Anteil besteht ein Unterstützungsbedarf?  
  • Unter welchen Bedingungen erhöhen Flucht- und Gewalterfahrungen das Risiko für psychische Erkrankungen? Welche Schutzfaktoren gibt es?  
  • Wer erhält derzeit Hilfe, wer nicht – und woran scheitert der Zugang? 
  • Wie gestaltet sich der Zugang zum Gesundheitssystem? Welche Versorgungsverpflichtungen gibt es? Wo bestehen Hürden? Welche Lösungsansätze gibt es? 
  • Was ist ein „Psychosoziales Zentrum“? Nach welchen Standards arbeiten diese Einrichtungen und weshalb ist multiprofessionelle Versorgung unter einem Dach ein zukunftsweisendes Konzept? 

Wie der Bericht Ihre Arbeit unterstützt: 

  • Aktuelle Datengrundlage für Ihre fachliche Argumentation, wissenschaftliche Arbeit, Publikationen und zivilgesellschaftliche Projekte. 
  • Überblick zu Rechtsansprüchen, Zugangsmöglichkeiten und Anlaufstellen im Kontext von Debatten um das AsylbLG, SGB V sowie für die GEAS-Umsetzung relevanten Aufnahme- und Versorgungsstrukturen.   
  • Praxisnahe Einblicke in die tägliche Arbeit der Psychosozialen Zentren (in diesem Jahr mit besonderem Fokus auf die Folgen von Grenzgewalt).

Wer die BAfF ist

Die BAfF ist das bundesweite Netzwerk von derzeit 51 Psychosozialen Zentren für Geflüchtete und Überlebende von Folter (PSZ).  

Die PSZ sind seit über 40 Jahren Orte, an denen Überlebende von Krieg, Verfolgung, sexualisierter Gewalt und Folter Unterstützung finden. Mit psychotherapeutischer, psychosozialer, asyl-, aufenthalts- und sozialrechtlicher Unterstützung schließen sie Lücken, in denen das Gesundheitssystem nicht zugänglich ist, dokumentieren, was andernorts geleugnet wird, und ermöglichen Teilhabe in einem System, das ausgrenzt. 2023 haben die PSZ so viele Menschen unterstützt wie nie zuvor – und mussten dennoch täglich Hilfesuchende auf Wartelisten verweisen oder sogar abweisen. 

Die psychosoziale Versorgung geflüchteter Menschen ist ein Seismograf für gesellschaftliche Verantwortung: Sie lebt vom professionellen Engagement vieler – und sie braucht politischen Rückhalt.  

 

Den Versorgungsbericht finden Sie hier.

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