Fernando hatte sie gewarnt: „Von hundert Leuten, die über den Fluss gehen, packen es gerade mal drei bis zur Grenze im Norden und einer schafft's rüber." Zu fünft brechen sie auf: Miguel, Fernando, Emilio, Jaz und Ángel. Die Jugendlichen haben sich erst vor Kurzem kennengelernt, aber sie haben ein gemeinsames Ziel - es über die Grenze in die USA zu schaffen. Wenn sie zusammenhalten, haben sie vielleicht eine Chance. Vor ihnen liegen mehr als zweieinhalbtausend Kilometer durch ganz Mexiko, die sie als blinde Passagiere auf Güterzügen zurücklegen. Doch nicht nur Hunger und Durst, Hitze und Kälte sind ihre Gegner. Auf den Zügen herrschen eigene Gesetze und unterwegs lauern zahlreiche Gefahren: Unfälle, Banditen, korrupte Polizisten, Drogenhändler und Menschenschmuggler. Werden sie ihr Ziel im Norden erreichen?
Das Buch hat eine dramatische Aktualität erlangt: Die Situation der Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Deutschland ist momentan täglich in drastischen Bildern in den Medien zu sehen. Besonders prekär ist die Lage der Menschen, die versuchen, per Zug oder zu Fuß von Griechenland über Mazedonien, Serbien, Ungarn nach Westeuropa zu Familienangehörigen oder jedenfalls in Sicherheit zu gelangen. Die Bilder vom Hauptbahnhof in Budapest, vor dem mehrere tausend meist syrische Flüchtlinge campieren und auf eine Möglichkeit zur Weiterreise warten, geht vielen von uns nicht mehr aus dem Kopf. In München und Wien kommen viele hundert Flüchtlinge in den Zügen an. Während der Flucht drohen ständig Kontrollen durch die Grenzpolizei, die eine Weiterreise verhindert.
Angesichts dieser Situation vor unserer Haustür wollen wir einen Blick über den Tellerrand wagen: Auch in Amerika ist die Lage der Flüchtlinge ganz ähnlich: Die USA haben einen über 1.000 km langen Grenzzaun zu Mexiko gebaut, Menschen, die aus süd- oder mittelamerikanischen Ländern in die USA gelangen wollen, müssen diesen überwinden – ähnlich dem neuen 175 km langen Grenzzaun an der ungarisch-serbischen Grenze. Zuvor müssen die Betroffenen durch Mexiko. Hierfür ist der Zug in der Regel das einzig mögliche Verkehrsmittel.
Der münstersche Autor Dirk Reinhardt hat einige Zeit in Mexiko verbracht und viele Jugendliche auf der Flucht getroffen, die ihm ihre Geschichte erzählt haben. Ihre Berichte hat er in dem Jugendroman „Trainkids“ verarbeitet – ein Roman, der neben aller Brutalität und Gewalt vor allem eines in den Mittelpunkt stellt: die Solidarität zwischen den Jugendliche. Dirk Reinhardt gibt den Flüchtenden Gesicht und Persönlichkeit, jeder und jede hat einen ganz individuellen Grund für seinen oder ihren Wunsch, in die USA zu gelangen: Die Flüchtenden werden zu souveränen Subjekten, die autonom ihre Entscheidung treffen – und sich auch von Zäunen, Mauern, Grenzpolizei nicht abhalten lassen.
Dirk Reinhardt, Jahrgang 1963, studierte Geschichte und Germanistik. Nach seiner Promotion arbeitete als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Münster, anschließend als freier Journalist. 2009 erschien sein erstes Kinderbuch, dem bald weitere folgten. Dirk Reinhardt lebt und schreibt in Münster.
„Dirk Reinhardt hat einen mitreißenden Jugendroman geschrieben. Nicht nur des aktuellen Themas wegen, sondern auch weil man auf jeder Seite spürt, dass er sich auskennt. Geschickt kombiniert der Autor Gegenwart und Vergangenheit, Action und Erinnerungen. Man hört, sieht und spürt förmlich das endlose Rattern der Züge, den Fahrtwind und die Sterne am Nachthimmel. Aber auch die Angst, die Verzweiflung und die nie endende Hoffnung der Jugendlichen. (…) Nicht nur wegen seiner erschreckenden Aktualität ist "Train Kids" deshalb schon heute ein Muss für alle Leserinnen und Leser ab 13 Jahren!“
DeutschlandRadio Kultur
„Ein hochbrisanter Stoff, überzeugend erzählt.“
Buch des Monats, Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur
„Abenteuer, Gefahr, Mut, Freundschaft, Liebe, Trauer, Freude. All das steckt in "Train Kids". Dirk Reinhardt schildert ein Stück Wirklichkeit, von der wir hierzulande so gut wie nichts mitbekommen.“
GEOlino
„Wie in einem spannenden Road Movie, in dem es ja auch oft um gefährliche Ziele geht, die in der Ferne liegen, ist die Lektüre von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd.“
Süddeutsche Zeitung
Hintergrundinformationen zum Buch und zum Autor inkl. Unterrichtsmaterial für die Schule finden Sie auf der Seite des Verlags: www.gerstenberg-verlag.de/index.php
Eine gemeinsame Veranstaltung von
GGUA Flüchtlingshilfe e. V. und Buchhandlung Schatzinsel.
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