Hiermit möchten wir euch auf die Veröffentlichung einer Umfrage unter 450 Beratungsfachkräften zur Situation von Kindern im Asylbewerberleistungsgesetz aufmerksam machen, die vom Paritätischen Gesamtverband gemeinsam mit Save the Children herausgegeben wird.
Das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) ist regelmäßig Teil der politischen Debatte. Meist geht es um Kürzungen und Abschreckung, kaum jedoch um die Situation der Leistungsbezieher*innen selbst. Besonders selten wird auf die Lebenssituation von Kindern im AsylbLG-Bezug eingegangen. Anhand einer Umfrage unter knapp 450 Beratungsfachkräften haben der Paritätische Gesamtverband und Save the Children versucht, diese Lücke zu schließen. Die zahlreichen und detaillierten Rückmeldungen, u.a. zu den Bereichen Teilhabe, Wohnen, Gesundheit, Bezahlkarten und Leistungskürzungen geben einen umfassenden und anschaulichen Eindruck davon, wie sich das AsylbLG auf Kinder auswirkt.
Die Umfrage zeigt deutlich und umfassend, wie die rund 100.000 Kinder im Grundleistungsbezug des AsylbLG strukturell in ihrer Teilhabe eingeschränkt werden. In diesem Sondersystem erhalten sie Leistungen, die deutlich unterhalb des Existenzminimums liegen, wobei vulnerable Gruppen wie Neugeborene, Kinder mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen oder psychisch belastete Kinder besonders benachteiligt werden.
Neben der Darstellung statistischer Daten wurden für die Publikation auch zahlreiche Schilderungen der Lebensrealität der Leistungsbeziehenden ausgewertet. Damit wird ein umfassender und plastischer Einblick in die Lebenswirklichkeit von Kindern und Familien im AsylbLG-Bezug ermöglicht. So berichten die Befragten u.a. von fehlenden Leistungen und Gesundheitsversorgung für Neugeborene, Leistungskürzungen und -ausschlüssen für Familien oder fehlende Möglichkeiten einer gesunden Ernährung für schwangere Personen. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse werden in der Publikation zudem Handlungsempfehlungen formuliert.
Eine Fachinfo findet ihr hier.

