Europa zieht seine Grenzen durch Afrika. Migrationskontrolle ist in der EU zu einer Frage von höchster innenpolitischer Bedeutung geworden. Mit Hochdruck baut sie daher ihre Beziehungen zu den Regierungen auf dem afrikanischen Kontinent aus. Diese sollen ihre Bürger daran hindern, nach Europa zu gelangen. Die EU bietet dafür Militär- und Wirtschaftshilfe in Milliardenhöhe. Sie arbeitet mit Regimen zusammen, die schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, und bildet deren Polizei und Armeen aus. Die Bewegungsfreiheit in Afrika wird eingeschränkt, Entwicklungshilfe wird umgewidmet und an Bedingungen geknüpft: Wer Migranten aufhält, bekommt dafür Geld. Am meisten profitieren IT-Unternehmen sowie Rüstungs- und Sicherheitskonzerne in Europa.
Seit Jahren recherchieren Simone Schlindwein und Christian Jakob zu diesem Thema. Ihr Buch ist die erste umfassende Darstellung der neuen europäischen Afrikapolitik. Christian Jakob ist seit 2005 bei der taz, zuerst bei der taz Nord in Bremen, heute als Redakteur für Reportage und Recherche. Er kümmert sich um Migration, Soziale Bewegungen und Entwicklungsthemen. In seinem ersten Buch „Soziale Säuberung“ beschreibt er die Vertreibung der afroamerikanischen Unterschicht aus New Orleans nach Hurrikan „Katrina“. 2011 schrieb er mit an „Europa macht dicht“. 2013 hospitierte er bei der Tageszeitung La Jornada in Mexiko-Stadt.
Montag, 5. März 2018, 20 Uhr
Stadtbücherei Münster, Alter Steinweg 11, 48143 Münster
Der Eintritt ist frei

