Anlässlich des Weltflüchtlingstags hat der BAfF (Bundesverband psychosozialer Zentren) letzte Woche den neuen Psychosozialen Versorgungsbericht veröffentlicht. Die Daten zeigen, wie groß die Lücke in der psychosozialen Versorgung geflüchteter Menschen bleibt: Die 51 Psychosozialen Zentren für Geflüchtete unterstützen zwar mit fast 33.000 Klient*innen so viele Menschen wie nie zuvor – dennoch decken sie nur 3,6 Prozent des geschätzten Bedarfs. Die Wartezeit auf Therapieplätze stieg auf im Schnitt 7,4 Monate. Ein Themenschwerpunkt zum ländlichen Raum zeigt: Was in Städten eine Hürde ist, wird auf dem Land oft zur Mauer. Fehlende Therapieplätze, Ausgrenzung, Isolation, lange Anfahrtswege, unzureichender Nahverkehr und fehlende spezialisierte Angebote erschweren den Zugang zu Hilfe erheblich.
Versorgungsbericht 2026 des Bundesverbands Psychosozialer Zentren:
Mit dem Versorgungsbericht 2026 erhalten Sie die einzige konsolidierte Erhebung zur psychischen Gesundheit Geflüchteter in Deutschland. Er stützt sich auf Daten aus 51 Psychosozialen Zentren (PSZ), die 2024 fast 33.000 Klient*innen begleiteten.
5 Kernfragen, die der Bericht beantwortet:
- Wie viele geflüchtete Menschen sind traumatisiert und bei welchem Anteil besteht ein Unterstützungsbedarf?
- Unter welchen Bedingungen erhöhen Flucht- und Gewalterfahrungen das Risiko für psychische Erkrankungen? Welche Schutzfaktoren gibt es?
- Wer erhält derzeit Hilfe, wer nicht – und woran scheitert der Zugang?
- Wie gestaltet sich der Zugang zum Gesundheitssystem? Welche Versorgungsverpflichtungen gibt es? Wo bestehen Hürden? Welche Lösungsansätze gibt es?
- Was ist ein „Psychosoziales Zentrum“? Nach welchen Standards arbeiten diese Einrichtungen und weshalb ist multiprofessionelle Versorgung unter einem Dach ein zukunftsweisendes Konzept?
Wie der Bericht Ihre Arbeit unterstützt:
- Aktuelle Datengrundlage für Ihre fachliche Argumentation, wissenschaftliche Arbeit, Publikationen und zivilgesellschaftliche Projekte.
- Überblick zu Rechtsansprüchen, Zugangsmöglichkeiten und Anlaufstellen im Kontext von Debatten um das AsylbLG, SGB V sowie für die GEAS-Umsetzung relevanten Aufnahme- und Versorgungsstrukturen.
- Praxisnahe Einblicke in die tägliche Arbeit der Psychosozialen Zentren (in diesem Jahr mit besonderem Fokus auf den ländlichen Raum).

