Gewaltsame Auflösung des Kirchenasyls in Gelsenkirchen-Buer

Pressemitteilung des Ökumenischen Netzwerks Asyl in der Kirche in NRW

Am frühen Montagmorgen, 13.01.2020, hat die Ausländerbehörde der Stadt Gelsenkirchen einen jungen Mann aus Afghanistan aus dem Kirchenasyl in den Räumlichkeiten der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Gelsenkirchen-Buer herausgeholt und am gleichen Tag über den Flughafen Frankfurt abgeschoben. Hiermit ist es zur ersten gewaltsamen Auflösung eines Kirchenasyls in NRW seit 2016 gekommen, obwohl grundsätzlich seit 1995 durch die NRW-Landesregierungen die Zusicherung gilt, dass Kirchenasyle respektiert und nicht behördlicherseits gebrochen werden sollen.

Manuel Linke, Pastor der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Gelsenkirchen-Buer, äußert sich fassungslos über die behördliche Auflösung des Kirchenasyls: „Wir sind entsetzt über den vom BAMF angeordneten und von der Ausländerbehörde Gelsenkirchen in die Tat umgesetzten Bruch des Kirchenasyls. Wir halten als Gemeinde daran fest, dass es richtig und legitim ist, Geflüchtete durch Kirchenasyl vor einer Abschiebung zu schützen, wenn ihnen eine konkrete Gefahr droht.“

Die Vorstandsvorsitzende der bundesweiten ökumenischen Arbeitsgemeinschaft „Asyl in der Kirche“, Dietlind Jochims, ergänzt: „Die hier erfolgte behördliche Machtdemonstration zerstört wichtiges Vertrauen. Der zugesicherte Respekt vor bestehenden Kirchenasylen ist ein wichtiger Bestandteil aller Gespräche um dieses sensible Thema. Kirchenasyle sind Menschenrechtsarbeit. Die durch sie gestellten Fragen lassen sich nicht mit der Brechstange lösen.“

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