Die "Schlauberger"

Das Projekt

Das „Schlauberger“- Projekt ist eines der Integrationsprojekte der GGUA. Grundschulkinder aus Flüchtlings- und Zwanderungsfamilien mit Lerndefiziten vor allem beim Gebrauch der deutschen Sprache werden hier mit Ehrenamtlichen zusammengeführt, die Zeit, Interesse und Geduld mitbringen, diese Kinder bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben zu unterstützen.  

 

Entstanden ist das Projekt im Schuljahr 2004/05. Ziel ist es, der Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem entgegenzuwirken. Durch Hausaufgabenunterstützung, Hilfe bei Lernschwierigkeiten, aber auch durch gemeinsames Lesen, Spielen und Erzählen lernt das Kind Vertrauen zu sich selbst und in seiner Umwelt zu entwickeln. Der Lernpate / die Lernpatin ist dabei nicht bloß HausaufgabenhelferIn oder NachhilfelehrerIn, sondern ebenso Ansprechperson und BegleiterIn.  

 

Momentan werden etwa 100 Kinder von circa 100 LernpatInnen begleitet. Kooperationspartner des Projekts sind die Michaelschule in Gievenbeck, die Melanchthonschule in Coerde, die Albert-Schweitzer-Förderschule sowie als außerschulischer Partner die Bildungsberatung International. Die LernpatInnen treffen sich mit „ihren“ Kindern hauptsächlich in der Schule, einige arbeiten auch bei der Familie des Kindes zuhause (Verhältnis in der Regel 1:1). Zusätzlich gibt es eine Gruppenbetreuung in der Kinder- und Jugendeinrichtung Albatros in Albachten.

 

Zusätzlich zur schulischen Begleitung durch die LernpatInnen werden in unterschiedlichen Abständen Projekte und Aktionen angeboten, die ausdrücklich nicht in dem Bereich angesiedelt sind, in dem die Kinder so häufig mit Frustrationen und einem Gefühl des Versagens konfrontiert sind. So konnten 2008 und 2009 unter anderem zwei "Breakdance Academys", eine Radiosendung von Kindern für Kinder und ein Autogenes Training mit Märchen, realisiert werden. Ferner erstellten die Kinder der Flüchtlingsunterkunft in der Warendorferstraße ihren je eigenen Zukunftsplan, 2009 und 2010 gab es viele Ausflüge z.B. in den Zoo, ins Theater oder Kinderkino. Auf diese Weise erfahren die Kinder ihre Stärken oder haben auch „einfach mal bloß Spaß“.

Aufstieg durch Bildung

Im Jahr 2009 tourte das Buch der Bildungsrepublik durch Deutschland. In ihm wurden Bildungsgeschichten von Menschen gesammelt, "die den Einstieg und Aufstieg durch Bildung erlebt haben oder die Anderen eine Chance dazu gegeben haben" (Bundesministerium für Bildung und Forschung). Auch die Erfolgsgeschichten von drei Kindern und ihren LernpatInnen aus dem "Schlauberger"-Projekt wurden in dem Buch festgehalten.

 

Sabrije und Rike – eine Erfolgsgeschichte

"’Migration - eine Herausforderung für die Bildungspolitik’, lautete der Titel meiner Abschlussarbeit im Rahmen des Ersten Staatsexamens in Soziologie. Dabei musste ich schnell feststellen, dass Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem nach wie vor stark benachteiligt sind. Einige mögliche Ursachen dafür lassen sich in bildungssoziologischen Theorien finden, aber dann?

Sich mit dieser Situation zufrieden zu geben, zu sagen, sie sei systemisch bedingt und damit nicht zu ändern - diese Aussicht passte mir nicht […]“

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Mit Hausaufgabenbetreuung zum Erfolg

„Anfang Oktober 2007 hat mich Frau Kokoszka von der GGUA Flüchtlingshilfe Münster e. V. gebeten, im Rahmen des Schlauberger-Projektes zwei afghanische Mädchen schulisch zu unterstützen.

Herr Nabizada kam 1982 über Iran, seine Ehefrau 1994 über Pakistan nach Deutschland. Die drei Töchter wurden hier geboren, Morsal 1995, Meschgan 1996. Die jüngste Tochter geht noch zur Grundschule […]“

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Unterstützen Sie uns! Werden Sie "Schlauberger"!

Wegen der wachsenden Zahl der Kinder, die im „Schlauberger“- Projekt Unterstützung finden, sind wir auf die ehrenamtliche Mitarbeit pädagogisch Interessierter angewiesen. Wenn Sie mehr Informationen über die „Schlauberger“ bekommen möchten, Interesse haben, eine Lernpatenschaft zu übernehmen, oder kreative Ideen haben, um sich anderweitig in das Projekt einzubringen, setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung:   

 

GGUA Flüchtlingshilfe 
Schlauberger Projektbüro 
Verspoel 7
48143 Münster 

E-Mail: schlauberger@ggua.de 

Tel.: 0251-39996029

 

Präsenzzeiten: dienstags von 14:00 bis 17:00, mittwochs 9:00 bis 16:00 und donnerstags von 9:00 bis 14:00 Uhr.

Schlauberger II

„Schlauberger II“ ist ein Projekt der GGUA Flüchtlingshilfe, das Migrantinnen die Möglichkeit bietet, an der Schule ihrer Kinder Deutsch zu lernen.

Das Kursangebot an der Melanchthonschule in Münster-Coerde richtet sich sowohl an Anfängerinnen wie an Fortgeschrittene, die die deutsche Sprache zwar gut verstehen, denen der aktive Sprachgebrauch jedoch noch Schwierigkeiten bereitet. Neben der reinen Sprachvermittlung stehen, auf Wunsch der Mütter, auch Vorträge zu spezifischen Themen sowie der Besuch von sozialen Regeleinrichtungen auf dem Stundenplan.

In Anlehnung an die Schulferien ist der Unterricht in Kursblöcke von jeweils 8 bis 9 Wochen gegliedert. Ein Einstieg auch während eines Kursblocks ist jederzeit möglich. Die Teilnahme ist kostenlos.

Um auch den Müttern kleiner Kinder die Teilnahme am Unterricht zu ermöglichen, betreut eine pädagogische Fachkraft die Kleinkinder in der Zeit des Unterrichts.