Ausländerrechtliche Qualifizierung für Jobcenter und Arbeitsagenturen im IQ Netzwerk Niedersachsen

Die Schnittstelle zwischen Aufenthalts- und Sozialrecht führt in der Praxis der sozialen Beratung immer wieder zu Unsicherheiten. Wird eine Arbeitserlaubnis benötigt? Mit welchem Aufenthaltstitel besteht ein Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II? Ist die Vermittlung in eine Ausbildung möglich bzw. sinnvoll? Gefährdet die Inanspruchnahme von Sozialleistungen eventuell den Aufenthalt? Verhindert eine Wohnsitzauflage im Aufenthaltspapier einen Umzug in eine andere Stadt, obwohl dort ein Arbeitsangebot besteht?


Dies sind nur einige Fragen, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Beratungsstellen und Regeleinrichtungen bei der Beratung und Vermittlung von ausländischen Leistungsberechtigten berücksichtigen müssen. In der Praxis bestehen hier häufig Unklarheiten rechtlicher und sonstiger Art, die im schlechtesten Fall passgenaue Angebote verhindern - und manchmals dazu führen, dass ausländische Leistungsberechtigte keine Leistungen erhalten, obwohl sie einen Anspruch hätten.


Das Projekt „Ausländerrechtliche Qualifizierung“ soll Licht in den Dschungel ausländerrechtlicher Vorschriften bringen und somit die erforderliche Sicherheit für die Einleitung der richtigen Schritte bei der Integration in den Arbeitsmarkt geben.

Das Angebot ist aufgeteilt in zwei Module:

Modul 1: Drittstaatsangehörige / Flüchtlinge;  Modul 2: EU-Angehörige

 

„Zugang zum Arbeitsmarkt und Zugang zum SGB II/AsylbLG für Drittstaatsangehörige“


Im Aufenthaltsgesetz bestehen rund 60 unterschiedliche Aufenthaltspapiere. Jedes Aufenthaltspapier hat unterschiedliche Folgen für den ausländerrechtlichen Zugang zum Arbeitsmarkt und zum SGB II. Zudem existiert eine Vielzahl von Gründen, warum sich Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland aufhalten und welche aufenthaltsrechtliche Perspektive diese mit sich bringen. Das Fortbildungsmodul hat das Ziel, neben den rechtlichen „Hardfacts“ zum Aufenthalts- und Sozialrecht auch persönliche und psychosoziale Gründe von ausländischen Leistungsberechtigten in das Blickfeld zu rücken. Somit soll es erleichtert werden, passgenaue Angebote machen zu können, die die persönliche Situation ausländischer Leistungsberechtigten berücksichtigen.

 

  • Überblick über die Aufenthaltspapiere von  Dritsstaatsangehörigen in Deutschland
  • Sensibilisierung für die persönlichen, psychosozialen und rechtlichen Hintergründe von Ausländerinnen und  Ausländern in Deutschland
  • Überblick über Ansprüche nach dem SGB II für  Drittstaatsangehörige mit den jeweiligen  Aufenthaltspapieren
  • Zugang zum Arbeitsmarkt für Drittstaatsangehörige
  • Ausbildungsförderung für Drittstaatsangehörige
  • Sicherung des Lebensunterhalts als  ausländerrechtliche Voraussetzung
  • Besprechung von Fallbeispielen


„Zugang zum SGB II für EU-Angehörige und ihre Familienangehörigen“


Wohl kaum ein Bereich des Migrationssozialrechts ist mit so großen (Rechts-) Unsicherheiten versehen wie derjenige für Staatsangehörige der Europäischen Union und ihre Familienangehörigen. Zugleich nimmt die Mobilität innerhalb der EU stetig zu: Längst zählen EU-Staatsangehörige zu den größten Neuzuwanderergruppen in Deutschland. Aufgrund der Schuldenkrise wird die Zuwanderung aus den südeuropäischen Staaten zweifellos weiter zunehmen.

Dennoch bestehen bei zahlreichen Regelungen erhebliche Unklarheiten bei allen Beteiligten: In der Fortbildung soll versucht werden, den Dschungel an Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien, Ausschlüssen und Rückausnahmen ein wenig zu lichten, um die Grundlage zu schaffen, passgenaue Förderinstrumente einsetzen zu  können und Leistungsansprüche zu realisieren.

 

  • Aufenthaltsrechte von Staatsangehörigen und ihren  Familienangehörigen in Deutschland
  • Überblick über die Aufenthaltspapiere für  UnionsbürgerInnen und ihre Familienangehörigen
  • Zugang zum SGB II; Ausschlüsse nach  § 7 Abs. 1 Satz 2 SGB II
  • Überblick über die Rechtsprechung des  Europäischen Gerichtshofs und der Sozialgerichtsbarkeit
  • Besprechung von Fallbeispielen

Das Angebot richtet sich in erster Linie an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Beratungseinrichtungen (MBE, JMD, Flüchtlingsberatung, Kammern, kommunalen Trägern und anderen Regeldiensten  in Niedersachsen. Die Fortbildungen sind kostenlos, lediglich die Fahrtkosten müssen von Ihnen getragen werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Projekts Q.

Hier finden Sie unseren Angebotsflyer.

Viele Infos finden Sie auch auf der Internetseite des IQ Landesnetzwerks Niedersachsen: www.migrationsportal.de

 

 

Kontakt

Claudius Voigt


Fon: 0251-14486-26
Mob: 01578 0497423

Mail:voigt(at)ggua.de

Der Projektmitarbeiter Claudius Voigt ist Dipl.-Sozialarbeiter und arbeitet seit 2005 in einem Projekt zur Qualifizierung der Migrationsberatung. In diesem Rahmen hat er zahlreiche Schulungen und Seminare für Wohlfahrtsverbände und Beratungsstellen sowie für Jobcenter durchgeführt.

Das IQ Netzwerk

Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Daran arbeiten bundesweit Landesnetzwerke, die von Fachstellen zu migrationsspezifischen Schwerpunktthemen unterstützt werden. Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ) wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).