Projekt "Beratung zur freiwilligen Rückkehr"

Seit Anfang 2006 bietet die GGUA Rückkehrberatung für Flüchtlinge an. Wie die Perspektivberatung wird sie finanziell gefördert vom Land NW; der Europäische Rückkehrfonds kofinanziert das Projekt.

Der Wirkungskreis des Projektes erstreckt sich auf die Stadt Münster und den benachbarten Kreis Steinfurt.  Neben der Perspektivenberatung in Bezug auf den weiteren Aufenthalt wendet sich das Angebot auch an Flüchtlinge, die sich unverbindlich über Rückkehrmöglichkeiten und –hilfen informieren möchten, und an solche, die die sich bereits entschieden haben, in ihr Herkunftsland zurückzukehren. Die Beratung steht schließlich auch und gerade jenen Flüchtlingen offen, die nur noch wählen können zwischen der konkret drohenden Abschiebung und der „freiwilligen“ Rückkehr.

Der GGUA bringen viele der Ratsuchenden das Vertrauen entgegen, in einer aussichtslos scheinenden Lage auch das Thema Ausreise und Rückkehr zu besprechen, mit den ggf. beteiligten Ämtern und Stellen zusammenzuarbeiten und alle Wege und Möglichkeiten abzuwägen. Damit kann zumindest zum Teil verhindert werden, dass Flüchtlingsfamilien aus Angst vor einer Abschiebung „abtauchen, verschwinden“, ein Leben ohne legalen Status führen müssen, in dem kein Schulbesuch, keine ärztliche Versorgung, keine legale Erwerbstätigkeit mehr möglich ist. Ein offenes, vertrauensvolles Beratungsangebot kann und soll zudem vermeiden, dass Betroffene in ihrer Angst und Verunsicherung die Gefahr einer zwangsweisen Rückführung übersehen oder ignorieren und in der Folge tatsächlich ohne jede Vorbereitung kurzfristig abgeschoben werden. Besonders für die Kinder und Jugendlichen gilt es, sie vor einer derart traumatischen Erfahrung zu schützen.

In Fällen, in denen keine aufenthaltsrechtliche Lösung im Sinne der Flüchtlinge möglich ist, kann das Projekt oftmals „nur“ noch die Ausreise, die Ablösung und den Abschied begleiten und betreuen und bei Bedarf Hilfen im Herkunftsland vermitteln. Die beteiligten Sozial- und Ausländerämter, die lediglich die Organisation der Rückkehrhilfen bzw. der Ausreise übernehmen, können erfahrungsgemäß jede Form der darüber hinaus gehenden Betreuung Ausreisepflichtiger nicht leisten. Wenn es sich, wie bei den Flüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien, um Menschen handelt, die Deutschland nach vielen Jahren verlassen und in ihren Herkunftsländern in der Regel einer ungewissen Zukunft entgegensehen, würde der Bedarf an Unterstützung die Aufgaben und Kapazitäten dieser offiziellen Stellen deutlich überfordern.

Die intensive Begleitung der rückkehrbereiten Personen bei der Vorbereitung, Planung und Durchführung der Ausreise in Kooperation mit den beteiligten Ämtern ist eine weitere Aufgabe des Projekts. Oftmals ist es auch notwendig, materielle Hilfen im Herkunftsland zu vermitteln. Mittelfristig werden auch Renovierungs- bzw. Wiederaufbauhilfen dazu kommen. Die konkreten Ziele in der Nachbetreuung umfassen die (je nach Einzelfall sinnvolle) Ankündigung der Rückkehrer bei geeigneten Initiativen oder Einzelpersonen am Zielort, die Vermittlung von Hilfen vor Ort, auch finanzielle Starthilfen zur Existenzgründung aus Deutschland. Nicht zuletzt gehört auch die die Begleitung des Ablösungsprozesses insbesondere der in Deutschland geborenen bzw. aufgewachsenen Kinder und Jugendlichen durch Kontakte über den Tag der Ausreise hinaus zu den Aufgaben der Rückkehrberatung.

Ansprechpartnerin ist: Brigitte Derendorf, Tel. 0251-14486-23