(K)eine neue Heimat?!

Menschenwürde zweiter Klasse für Flüchtlinge – Veranstaltung am 21.9.2017

Es gibt das Gemeinsame Europäische Asylsystem, das in den verschiedenen EU-Staaten jedoch sehr unterschiedlich gehandhabt wird und als Schutzsystem zunehmend nicht mehr erkennbar ist. Insbesondere der Vorrang des Kindeswohls, der Schutz von Ehe und Familie, die Gesundheitsversorgung und das Recht auf Arbeit werden systematisch unterlaufen. Flüchtlinge werden je nach „Bleibeperspektive“ in Gute und Schlechte eingeteilt. Dabei ist die Bleibeperspektive eine politische Entscheidung, die mit den Bedingungen und Bedürfnissen der Flüchtlinge nichts zu tun hat. Da es keine humanitären Visa gibt, ist der Zugang zur EU oft verbaut, regelmäßig sogar lebensgefährlich. Das macht das Schlagwort vom „Massengrab Mittelmeer“ besonders deutlich. Politische Interventionen gelten zunehmend der Abschottung, nicht dem Schutz der Flüchtenden. Die Rückkehr zur Abschreckungspolitik der 80er und 90er Jahre, die zur Aufhebung des Asylartikels 16 in seiner bis dahin gültigen Form führte, ist unübersehbar. Der Abschiebungsdruck steigt. Flucht wird als krimineller Akt gedeutet. Es gibt eine schleichende Entrechtung, die bei den Flüchtlingen beginnt.

Die Friedensstadt Münster ist seit dem Ende der 90er Jahre bekannt als eine Stadt, die Flüchtlinge schützt und gangbare Wege für ein gesellschaftliches Miteinander sucht. Mit dieser Entscheidung kann Münster als Zivil- und Stadtgesellschaft eine Kultur des Schutzes entwickeln und fördern, die die aktuelle Entwicklung unterbricht und Zeichen setzt.

Impulsreferate:
„Zur Situation der Flüchtlinge und ihrer Familien in Deutschland und Europa“
Prof.Dr. Aladin El Mafaalani, FH Münster
„Was heißt hier: Besonders schutzbedürftig? – Jugendliche Flüchtlinge“
Newroz Duman, Jugendliche ohne Grenzen

Es diskutieren:
Prof.Dr. Joachim Gardemann, Kompetenzzentrum humanitäre Hilfe der FH Münster (Gesundheit bedroht)
Claudius Voigt, GGUA Münster (Bleiberechtperspektiven im Blick auf Schule und Ausbildung)
angefragt: Dietrich Eckeberg, Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe (Familienzusammenführung)

Eine Veranstaltung des Runden Tisches für ein humanitäres Bleiberecht, Münster
Donnerstag, 21. September 2017, 19 bis 21 Uhr
Saal der Bezirksregierung Münster, Domplatz 1–3

Kontakt

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