Wir wünschen allen UnterstützerInnen einen guten Start ins neue Jahr!

Stadt veröffentlicht umfangreichen Bericht zu Flüchtlingen in Münster

In Münster lebten im vergangenen Jahr 819 anerkannte Flüchtlinge sowie 1417 Menschen mit Flüchtlingshintergrund - etwa als Bleibeberechtigte oder mit einer Duldung. Diese Zahlen gehen aus der Antwort der Stadtverwaltung auf eine entsprechende Anfrage der Grünen Ratsfrau Brigitte Hasenjürgen hervor.

 

Nach dem Bericht wurden im vergangenen Jahr 59 Personen abgeschoben, darunter 5 ehemalige Asylbewerber aus Münster, die in die Länder Albanien, Algerien, Serbien und Tunesien abgeschoben. Im August diesen Jahres lebten 689 Menschen mit einer Duldung in Münster, davon mehr als die Hälfte Angehörige von ethnischen Minderheiten aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens.

 

Erfreuliches konstatiert der Bericht zum Thema Schulbesuch: "Durch kontinuierliche Betreuung und Begleitung der zuständigen Mitarbeiterin des Sozialdienstes für Flüchtlinge und der guten Zusammenarbeit mit den Schulen konnte erreicht werden, dass inzwischen alle Kinder in Schulen angemeldet sind und nur noch sehr wenige den Schulbesuch unregelmäßig absolvieren, vergleichbar Kindern ohne Migrationsvorgeschichte. Zum Vergleich: 1995 besuchten nur ca. 25 %der Flüchtlingskinder regelmäßig Schulen in Münster. Ca. 50 % von ihnen besuchten nie und die weiteren 25 % selten eine Schule."

 

Auch die Ergebnisse des Netzwerles MAMBA, an dem die Stadt Münster in Form des Jobcenters beteiligt ist, bewertet der Bericht positiv: So seien im vergangenen Jahr 50 Flüchtlinge in Arbeitsverhältnisse vermittelt worden.

 

Den gesamten Bericht finden Sie hier.

Weitere Informationen:

AnfrageFrauHasenjürgenFragenkatalog 32 kB 

BetreuungsleistungenfürFlüchtlinge 11 kB 

Schulbesuchstatistikanlage 7 kB 

SprechstundenSozialdienstfürFlüchtlinge 33 kB 

Platz sechs für die Schlauberger beim Bürgerprojekt 2011!

Jedes Jahr zeichnet die PSD-Bank gemeinsam mit den Westfälischen Nachrichten und der Neuen Westfälischen Projekte aus, die getragen werden von einem herausragendem ehrenamtlichen Engagement. In einer Feierstunde im September wurden nun die besten 15 Projekte geehrt.

Das "Schlauberger"-Projekt erreichte unter dem diesjährigen Motto "Wissen verbindet" die Finalrunde und belegte am Ende den sechsten Platz von 59 eingegangenen Bewerbungen.

 

Der Preis ist eine Würdigung des seit Jahren bestehenden Engagements der Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit einsetzen und der guten Arbeit der GGUA vor Ort.

Martin Ostermann, der Begründer der „Schlauberger“ und die Projektkoordinatorin Saskia Zeh freuen sich für die GGUA, die Kinder und die vielen aktiven Ehrenamtlichen über die erhaltene Auszeichnung und den sechsten Platz.

"Flucht und Asyl" - Ein Bildungsprogramm für SchülerInnen

Die GGUA geht in die Schule: Eine Gruppe engagierter ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen bietet interessierten Schulen die Durchführung von Workshops für den Unterricht an, in denen die Themen Flucht und Asyl von der rechtlichen, politischen und sozialen Seite behandelt werden. Dabei werden auch damit verknüpfte Bereiche, wie Rassismus, Nationalismus und soziale Gerechtigkeit angesprochen. So sollen Schüler_innen einen ersten Zugang zu der komplexen Thematik erhalten, sie sollen für strukturelle Benachteiligungen sensibilisiert und die Konsequenzen für die/den Einzelne_n erarbeitet werden. Im Ergebnis sollen die Schüler_innen in der Lage sein, einen eigenen Umgang mit den Themen Flucht und Asyl zu finden und eigene Handlungsmöglichkeiten erkennen.

 

Wenn Sie als Lehrerin oder Lehrer Interesse an der Durchführung eines Workshops haben, können Sie sich unter folgender Mail-Adresse melden:

bildungsarbeit@ggua.de

 

Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier. Einen Flyer zum Projekt können Sie sich hier herunterladen, wir schicken ihn aber auch gern als Papierversion zu. Setzen Sie sich dann bitte mit uns in Verbindung.

Bildungspaket in Münster für alle Kinder

In Münster können Kinder und Jugendliche, die Grundleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, künftig sämtliche Leistungen des Bildungspakets in Anspruch nehmen. Dies hat das städtische Sozialamt in einem Brief mitgeteilt. Die Grundlage für diese Entscheidung bildet ein Beschluss des Stadtrats, in dem ein entsprechender Antrag einstimmig angenommen worden ist. Der Antrag war auf Initiative der SPD von mehreren Fraktionen eingebracht worden.


Somit können alle bedürftigen Kinder und Jugendlichen neben einer pauschalen Schulbeihilfe von 70 bzw. 30 Euro pro Schulhalbjahr sowie weiteren Leistungen auch die Kosten für erforderlichen Nachhilfeunterricht sowie zehn Euro monatlich für die Mitgliedschaft in Vereinen oder die Teilnahme an Freizeiten erstattet bekommen, wenn sie hierfür einen Antrag stellen. Das Sozialamt ruft ausdrücklich dazu auf, dass auch Kinder mit einer Duldung oder Aufenthaltsgestattung gerade diese Teilhabeleistungen beantragen.

 

Der Stadtrat hatte in seinem Beschluss zudem darauf hingewiesen, dass das Asylbewerberleistungsgesetz einen diskriminierenden Ausschluss von Kindern bedeute und daher für seine Abschaffung plädiert.

 

Weitere Infos zum Bildungspaket finden Sie hier.

NRW: Sachverständige für die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes

Im Innenausschuss des Landtags NRW hat am Donnerstag (14. Juli) eine öffentliche Anhörung zum Asylbewerberleistungsgesetz stattgefunden. Anlass ist ein Antrag der Fraktion "Die Linke", der das Ziel hat, über den Bundesrat die Initiative zur Abschaffung des AsylbLG zu ergreifen. Bis zu einer Abschaffung des AsylbLG sollen in NRW dem Antrag zufolge möglichst großzügige Regelungen für das Asylbewerberleistungsgesetz gelten; so soll landesweit Bargeld gezahlt werden und eine Krankenversicherungskarte für die Leistungsempfänger ausgegeben werden.

Bei der Expertenanhörung haben sich bis auf den Vertreter des Städte- und Gemeindebundes sämtliche Sachverständigen - darunter auch die GGUA Flüchtlingshilfe - für eine Abschaffung des Sachleistungsprinzips ausgesprochen und die Streichung des Sondergesetzes AsylbLG gefordert. Der Städte- und Gemeindebund sprach sich als einziger "mit Entschiedenheit gegen Änderungen beim Sachleistungsprinzip aus." Dabei vergaß der Verband jedoch zu berücksichtigen, dass in NRW bereits die große Mehrheit der Kommunen Bargeld statt Sachleistungen bereitstellt und sich zudem die eigenen Mitglieder des Verbandes - nämlich die Städte und Gemeinden - mehrheitlich für eine Abschaffung des Sachleistungsprinzips ausgesprochen haben. Den Städte- und Gemeindebund ficht dies offenbar nicht an, sondern er ist stattdessen der Überzeugung, dass "möglichst keine Barmittel in die Hände der Leistungsberechtigten gelangen" sollten.

 

Über den Antrag der Linksfraktion ist noch nicht abgestimmt worden.

 

Die Stellungnahmen:

 

Hier finden Sie weitere Materialien zu dem Antragsverfahren im Landtag.

 

Ein Fünftel der MünsteranerInnen mit Migrationsvorgeschichte

Migrationshintergrund

Von den 285 180 Münsteranerinnen und Münsteranern haben 20,9 Prozent eine Migrationsvorgeschichte. Dieses ist das Ergebnis einer intensiven Geburtsortekodierung, die in der Statistikdienststelle der Stadt Münster vorgenommen wurde. Den Rahmen hierfür bildete das grenzüberschreitende INTERREG-Projekt "Entwicklung eines Migrationsleitbildes und umfassende konsequente Umsetzung in den Gemeinden Almelo und Münster".

 

Bislang konnten nur Aussagen über Deutsche und Ausländer gemacht werden, jedoch deckten diese Auswertungen für interkulturelle Fragestellen nur einen Teil der Personen mit Migrationsvorgeschichte ab. "Während die Staatsangehörigkeit ein tagesaktuelles Merkmal einer Person ist, hat die Statistikdienststelle der Stadt Münster in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle für Migration und interkulturelle Angelegenheiten daran gearbeitet, über die Geburtsorte von Personen mehr über deren Wurzeln zu erfahren", erklärt Uwe Noetzel, Fachstellenleiter der Statistikdienststelle der Stadt Münster. "Bei diesem Projekt wurden auch die Definitionen festgelegt, nach denen nun der Datenbestand ausgewertet werden kann." (Quelle: Pressemitteilung der Stadt Münster)

 

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Zur Statistik "Migration in Münster"

Menschen wie Menschen behandeln!

43 Menschen am Flughafen Priština ausgesetzt

Am Dienstag, 12. Apil, fand eine erneute Sammelabschiebung von Düsseldorf in den Kosovo statt. Die Organisation "alle bleiben" berichtet folgendes: Gegen 17 Uhr kam das Abschiebeflugzeug nach einem Zwischenstopp in Wien in PriÅ¡tina an. Einer unserer Unterstützer vor Ort konnte 43 Personen ausmachen, die mit dem Flieger ankamen. Somit sind es zumindest weniger als die geplanten über 100 Passagiere und auch weniger als zunächst am Flughafen Düsseldorf geschätzt wurde. Dennoch ist jede Abschiebung eine zu viel und verursacht bei den Betroffenen großes Leid! Unser Beobachter berichtete uns von nur schwer für ihn zu ertragenden Szenen am Flughafen PriÅ¡tina: weinende Kinder, enttäuschte und verzweifelte Menschen auf der Suche nach einem Platz an dem sie unterkommen können.

Vertreter der deutschen Botschaft und des URA II Projektes waren auch anwesend und boten den Abgeschobenen an einige Tage in einem Hotel nahe des Flughafens abzusteigen. Dieses Angebot wurde aber kaum wahrgenommen, da nach ihrer Ankunft die meisten fluchtartig den Flughafen verlassen wollten. Weiterführende Eingliederungshilfen stehen sowieso nur „freiwilligen“ Rückkehrern und nicht Abgeschobenen offen.

 

Sabilje Begani und ihre vier Kinder wurden auch angetroffen. Ob es für sie eine Möglichkeit zur Rückkehr geben wird ist ungewiss und wird wahrscheinlich nicht von heute auf morgen gelingen. Solange wird sie sich im Kosovo einrichten müssen, was für eine alleinstehende Frau mit vier kleinen Kindern problematisch sein dürfte. Hinzu kommt die Sorge um ihren schwer kranken Mann, den sie nun nichtmehr im Krankenhaus besuchen kann.

Auch die Situation eines Mannes aus Rheine ist Dramatisch. Er wurde gemeinsam mit seiner 20-jährigen schwangeren Tochter abgeschoben, während seine Frau gemeinsam mit fünf Kindern in Rheine geblieben ist.  Auch hier wurde wieder rücksichtslos eine Familie getrennt! Zuvor hatten sie 21 Jahre in Deutschland gelebt.

 

 

Wir möchten gerne zumindest Sabilje, für die es besonders schwer sein dürfte, beim Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder unterstützen und nach Kräften auch alle anderen zu denen wir den Kontakt halten können.  Spenden hierfür sind willkommen! Ein weiterer Schritt kann dann die Suche nach Möglichkeiten einer Rückkehr sein. Auch hierfür kommen voraussichtlich Kosten für eine/n Anwalt/Anwältin auf die Betroffenen zu. Es darf nicht sein, dass diese rücksichtslosen Abschiebungen weitergehen! Lasst uns zeigen, dass sie nicht durchzusetzen sind und sich die Betroffenen zur Wehr setzen!

Zuwendungen können auf das folgende Konto überwiesen werden: 

Projekt Roma Center Sparkasse Göttingen
K-Nr. 170 399
BLZ 260 500 01  

Verwendungszweck: Kosovo

Münster bekräftigt Appell des Rates - Kosovo-Abschiebestopp des Landes NRW endet am 31. März

Keine Abschiebung von Minderheiten in den Kosovo

An die einstimmig gefasste Resolution des Rates für Roma und andere Minderheiten aus dem Kosovo erinnert am Stadthaus 1 ein Banner am Durchgang von der Klemensstraße auf den Platz des Westfälischen Friedens.

"Keine Abschiebung in den Kosovo - Bleiberecht in Deutschland" lautete im Juni 2010 der Appell an die Landesregierung angesichts der drohenden Abschiebung von zirka 260 Menschen, die in Münster ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben. Zugleich ermutigte der Rat damals die Verwaltung, "alles im Rahmen des gesetzlich Möglichen zu unternehmen, um Abschiebungen in den Kosovo zu verhindern".


Viele Bürgerinnen und Bürger in Münster haben seitdem ihre Solidarität mit den betroffenen Migranten aus dem Kosovo zum Ausdruck gebracht. Nicht zuletzt steht dafür die "Aktion 302". Mittlerweile trat für NRW ein befristeter Abschiebestopp in Kraft. Der endet am 31. März, dann beginnt allein in Münster wieder für rund 250 Menschen die Zeit der Ungewissheit.


Der Integrationsrat will das nicht hinnehmen. Auf seine Anregung hat der Hauptausschuss die Verwaltung beauftragt, die Resolution öffentlichkeitswirksam zu bekräftigen und bekannt zu machen. Die Resolution steht im Wortlaut unter www.muenster.de/stadt/pdf/resolution.pdf ; ausführliche Informationen zur Problematik von Abschiebungen in den Kosovo enthält die Homepage www.aktion302.de.

"…und wenn ich nicht heute weg bin, dann bin ich morgen weg.“ - Die Auswirkungen einer Duldung auf das Leben der Betroffenen

Duldung

Im Rahmen seines Studiums an der Katholische Hochschule für Sozialwesen (KatHo) interviewte Fabian Reeker den GGUA_Klienten Ener, der seit vielen Jahren mit einer Duldung in Münster lebt. Wir dokumentieren den Projektbericht im Wortlaut:

 

 

Ein Leben führen unter der ständigen Verpflichtung, Deutschland verlassen zu müssen. Ohne eine längerfristige Perspektive in Deutschland zu besitzen leben Ener und seine Familie nun bereits seit zehn Jahren in Deutschland mit dem Status der Duldung. Die Duldung wird nach wenigen Monaten immer wieder neu geprüft und verlängert, wobei eine Abschiebung stets als mögliche Konsequenz droht. Durch Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, die ca. 38% unter dem eigentlichen Existenzminimum Hartz IV liegen, stellt das Leben mit einer Duldung nicht nur im finanziellen Bereich eine erhebliche Belastung dar. Rechtliche Beschränkungen auf dem Arbeitsmarkt und die immer drohende Abschiebung bewirken bei den Betroffenen oft auch enorme psychische Belastungen.

 

Eners Geschichte steht exemplarisch für viele andere Menschen, die unter den gleichen prekären rechtlichen Rahmenbedingungen leben müssen.

 

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Warum das Asylbewerberleistungsgesetz verfassungswidrig ist

Mit dem Asylbewerberleistungsgsesetz wird die Menschenwürde mit Füßen getreten, meinen GGUA-Mitarbeiter Matthias Lehnert und Pro-Asyl-Rechtsreferentin Marei Pelzer. In einem Beitrag für die Zeitschrift "Kritische Justiz" schreiben sie: 

 

"Die Leistungen nach dem AsylbLG erfüllen nicht die Anforderungen an die Gewährleistung des Grundrechts auf ein menschenwürdiges Existenzminimum, die das Bundesverfassungsgericht im Hartz IV-Urteil formuliert hat. Die Sozialleistungen nach dem AsylbLG wurden „ins Blaue hinein“ geschätzt und sind für ein menschenwürdiges Existenzminimum offensichtlich zu niedrig."

 

Wir dokumentieren den Zeitschriftenartikel im Wortlaut.

Ins Blaue hinein geschätzt: Die Regelsätze des Asylbewerberleistungsgesetzes.

Aktuell: Vier Monate Galgenfrist in NRW für Minderheiten aus Kosovo und Serbien

Das Innenministerium NRW hat in einem Erlass von heute (1.12.2010) Abschiebungen von Roma, Ashkali und Ägyptern nach Serbien und Kosovo bis zum 31. März 2010 ausgesetzt. Der Abschiebungsstopp gilt ab sofort und damit offenkundig auch für die Personen, die in der kommenden Woche für die geplanten Sammelabschiebungsflüge nach Pristina und Belgrad angemeldet sind. Den betroffenen Flüchtlingen ist eine Duldung nach § 60a Abs. 1 AufenthG auszustellen. Ausgenommen sind allerdings Personen, die zu einer Haftstrafe oder einer Geldstrafe von mehr als 50 Tagessätzen verurteilt worden sind - wobei ausländerrechtliche Straftaten außer Betracht bleiben und Einzelstrafen nicht addiert werden. Den betroffenen Flüchtlingen ist eine Duldung nach § 60a Abs. 1 AufenthG auszustellen.

Nach Informationen des Flüchtlingsrates NRW geht am 7.12. ein Abschiebeflug von Düsseldorf nach Pristina, für den insgesamt 103 Anmeldungen vorliegen, davon ursprünglich für 20 Roma aus NRW sowie ein Abschiebeflug am 9.12. von Düsseldorf nach Belgrad, für den insgesamt 98 Anmeldungen vorliegen, davon ursprünglich für 50 Roma aus NRW. Bitte melden Sie Ihnen bekannte betroffene Fälle an den Flüchtlingsrat NRW. Fon: 0201-899080, Mail: info@frnrw.de

MAMBA-Abschluss: Projekt vermittelt 150 Flüchtlinge in Arbeit

MAMBA

Sozialdezernent Thomas Paal ist überzeugt: „Wir brauchen in Münster mehr Mamba!“ Das zweijährige Projekt mit dem Namen eines Kaubonbons hat in den vergangenen zwei Jahren 139 Migranten und Flüchtlinge in Arbeit vermittelt, zudem neun Teilnehmern eine Ausbildungsstelle verschafft und zwei Personen erfolgreich bei einer Existenzgründung geholfen. Am Freitag fand im Stadthaus III die Abschlussveranstaltung statt.

 

Projektkoordinatorin Dr. Ulrike Löw zeigte sich vor rund 50 Gästen mit den Ergebnissen des Projekts mehr als zufrieden: „Wir haben mehr als jeden zweiten Interessierten in Arbeit oder Ausbildung vermitteln können – das ist nicht selbstverständlich!“

 

Die Vermittlung und Betreuung der Teilnehmer fand im Rahmen einer Teamarbeit durch vier Netzwerkakteure statt: Die GGUA Flüchtlingshilfe und das Jugendausbildungszentrum JAZ stellten den Kontakt zu den Migranten und Flüchtlingen her, die GEBA und das HBZ sorgten für die Vermittlung zu potenziellen Arbeitgebern. JAZ-Geschäftsführer Stephan Buttgereit resümierte zufrieden: „Komplexe Probleme erfordern komplexe Lösungen. Hier ist MAMBA erfolgreich neue Wege gegangen.“

 

„Es ist ein Vorurteil, dass Migranten weniger motiviert seien zu arbeiten", betonte der anwesende Unternehmer Ingo Verfürth, der zahlreichen MAMBA-Teilnehmern zu einem Arbeitsplatz verhalf, „Problematisch sind vor allem die bürokratischen Hürden. Die schrecken viele Arbeitgeber ab.“ Auch hier konnte MAMBA Aufklärungsarbeit leisten.

 

Nun hoffen alle Beteiligten, dass eine Anschlussförderung durch die Europäische Union und das Bundesarbeitsministerium bewilligt wird. Die Chancen dafür stehen gut: Auch die Arbeitsgemeinschaft Münster hat zugesagt, während einer möglichen Projektverlängerung in das Projekt einzusteigen.

 

Podiumsdiskussion im Rahmen der MAMBA-Abschlussveranstaltung (von links): Claudius Voigt (GGUA), Valentina Balja, Edvina Jashraj (MAMBA-Teilnehmerinnen), Stephan Buttgereit (JAZ), Dr. Ulrike Löw (Projektleiterin, GGUA), Hubertus Pliester (GEBA), Claudia Spangenberg-Kintrup (HBZ), Uwe Brummerloh (Arbeitsgemeinschaft Münster).

UNICEF-Studie: Kinder ohne Chance

Flüchtlinge

7.7.2010

Rund 5.000 Kinder aus Familien der Roma und weiterer ethnischer Minderheiten sollen in den kommenden Jahren aus Deutschland in den Kosovo abgeschoben oder rückgeführt werden, obwohl sie dort kaum eine Perspektive auf Schulbildung, medizinische Versorgung und gesellschaftliche Integration haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue UNICEF-Studie zur Lage von Roma-Kindern in Deutschland und im Kosovo. Demnach gehen drei von vier Kindern, die bislang schon aus Deutschland zurückkehrten und hier zur Schule gingen, im Kosovo nicht mehr zur Schule. Die größtenteils in Deutschland aufgewachsenen Kinder sprechen kaum Albanisch oder Serbisch und landen nach der Abschiebung im sozialen Abseits.

 

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UNICEF-Studie zur Lage von Roma-Kindern in Deutschland und im Kosovo

Rat der Stadt Münster wendet sich erneut einstimmig gegen Abschiebungen von Roma in den Kosovo

Der Rat der Stadt Münster hat am Mittwoch (9. Juni 2010) einstimmig eine Resolution gegen die Abschiebung von Roma in den Kosovo verabschiedet. Der Beschluss, der auf Initiative des Integrationsrats eingebracht worden ist, stellt unter anderem fest: "Eine Abschiebung erinnert hingegen an Diskriminierung und Vertreibung." Aus diesem Grunde ermutigt der gesamte Rat der Stadt die Ausländerbehörde, "alles im Rahmen des gesetzlich Möglichen zu unternehmen, um Abschiebungen von Minderheiten in den Kosovo zu verhindern."

 

Nachdem bereits im vergangenen Jahr eine Resolution zum gleichen Thema gefasst worden war, die zahlreichen anderen Städten - unter anderem Hannover - als Vorbild für ähnliche Beschlüsse gedient hat, geht die aktuelle Resolution allerdings inhaltlich weiter. So wird die neue Landesregierung  in NRW aufgefordert, sich gegen die drohende Abschiebung der Roma und für veränderte Bleiberechtsregelungen einzusetzen. Das Auswärtige Amt wird aufgefordert im Rahmen seiner Zuständigkeiten, regelmäßig über die Situation der bereits abgeschobenen und der freiwillig zurück gekehrten Menschen im Kosovo zu berichten.

 

In Münster sind aktuell noch rund 260 Roma aus dem Kosovo ausreisepflichtig. Der Stadtrat vermutet, dass niemand von ihnen "freiwillig" ausreisen werde. In der Ratsresolution heißt es dazu: "Hiervon sind ca. 150 Kinder und Jugendlichen
in Münster geboren und aufgewachsen. Sie haben hiesige Kitas und Schulen besucht. Das Heimatland ihrer Eltern kennen sie im Regelfall nur aus den Nachrichten und den Geschichten der älteren Generation. Viele von ihnen sprechen nur Deutsch und Romanes, aber weder Albanisch noch Serbisch. Die älteren Flüchtlinge haben schreckliche Erinnerungen an ihre Flucht vor nationalistisch gesinnten Gewalttätern. Viele sind traumatisiert, sie haben Angst, in den Kosovo zurückzukehren. Münster ist für sie ein neues Zuhause, das Schutz bietet."

 

Die Resolution im Originalwortlaut finden Sie hier.

Pro Asyl: "Abschiebungen ins Elend stoppen!"

Fußgängerzone in Münster: Hunderte Bürgerinnen und Bürger solidarisieren
sich mit den seit Jahren in ihrer Stadt lebenden Roma-Flüchtlingen. Sie
wollen nicht zulassen, dass ihre Nachbarinnen und Nachbarn in den Kosovo
abgeschoben werden. Mit einer kreativen Fotoaktion in der Fußgängerzone
setzen sie ein öffentliches Zeichen des Protestes.
Machen Sie mit!

Bundesweit sind etwa 10.000 Roma von Abschiebung bedroht. Mit dem
kürzlich unterzeichneten Rückübernahmeabkommen will Deutschland jährlich
bis zu 2.500 Menschen, die zum Teil schon seit vielen Jahren bei uns
leben, in den Kosovo zurückschicken. Dagegen protestieren wir!

Vegetieren am Rande der Müllkippe

Im Kosovo erwartet die Abgeschobenen Elend und Perspektivlosigkeit. Ein
Leben geprägt von Angst und Diskriminierung -- häufig ohne Zugang zu
Arbeit, Bildung und medizinischer Versorgung.

Jetzt aktiv werden! Engagieren Sie sich:

Schicken Sie eine Protestmail an die Innenminister der Länder. Auf unserer Homepage können Sie mit einem Klick das Protestschreiben "Keine Abschiebungen ins Elend!" an alle 16 Innenminister schicken.

http://www.proasyl.de/de/home/aktion-keine-abschiebungen-ins-elend/



Protestieren Sie mit einem Foto
http://www.proasyl.de/de/home/aktion-keine-abschiebungen-ins-elend/fotoaktion/

 

Ob alleine oder zusammen mit Bekannten und Verwandten, ob gemeinsam mit
Freunden aus der ganzen Welt oder betroffenen Roma aus der Nachbarschaft
- halten Sie Ihren Protest gegen die Abschiebungen auf einem Foto fest.
Senden Sie dieses mit einer persönlichen Protestmail an den
Innenminister Ihres Bundeslandes. Bitte senden Sie Ihr Foto ebenfalls an
info@proasyl.de. Pro Asyl möchte eine Auswahl auf unserer Homepage veröffentlichen:

http://www.proasyl.de/de/home/aktion-keine-abschiebungen-ins-elend/fotoaktion/