"Strom und Wasser" spielen für eine bessere Flüchtlingspolitik

Am vergangenen Samstag spielte die Band "Strom und Wasser" von Heinz Ratz im Bennohaus für eine bessere Flüchtlingspolitik. 

 

7000 km fährt Ratz zwischen Januar und April mit dem Rad durch Deutschland, gibt 70 Benefizkonzerte und besucht unterwegs Flüchtlingsunterkünfte. Dabei stößt er immer wieder auf "chaotische Wohnverhältnisse" und Perspektivlosigkeit. "Wir haben Ärzte getroffen, Handwerker, Mathematik-Professoren und Musiker die schon zwanzig Jahre mit gepackten Koffern auf eine Entscheidung warten. Sie wollen Deutschland mit ihrem Wissen unterstützen, dürfen dies aber nicht. Wir müssen ihnen endlich Achtung entgegen bringen und eine echte Chance geben. Einfach das Grundgesetz zu achten, würde die meisten Probleme schon lösen" kommentierte er die Situation der Flüchtlinge in Deutschland.

 

Auf seinem Weg mit dem Fahrrad durch die Bundesrepublik wird Ratz immer wieder durch  einzelne Menschen unterstützt, die ihn ein Stück seines Weges begleiten. Doch so viele Menschen, wie auf seinem Weg von Bochum nach Münster waren es auf der ganzen Tour bisher noch nicht. Organisiert von der Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e. V. (GGUA) und dem Deutsch-Ausländischen-Freundeskreis Sendenhorst machten sich am Samstag insgesamt 70 Münsteraner auf den Weg, Heinz Ratz auf der Strecke Sendenhorst-Münster zu begleiten. Am Samstagmorgen besuchte der Schriftsteller und Musiker in Sendenhorst eine Flüchtlingsunterkunft und brach im Anschluss mit einer Gruppe UnterstützerInnen per Fahrrad auf Richtung Münster.

Zeitgleich begrüßte der Vorsitzende des Integrationsrates der Stadt Münster, Spyros Marinos,  vor dem Bennohaus die Münsteraner, die sich auf den Weg gemacht hatten Heinz Ratz in seinem Anliegen zu unterstützen und ihm entgegen zu fahren. Besonders erfreut zeigte sich Marinos über das Engagement und die rege Beteiligung so vieler junger Menschen. Gemeinsam mit dem Musiker erreichten alle radelnden UnterstützerInnen am Samstagnachmittag wieder die Innenstadt. 

 

Auch in Münster besuchte Ratz nachmittags eine Familie in der Flüchtlingsunterkunft an der Manfred-von-Richthofen-Straße. Bei seinem Benefizkonzert Samstagabend im Bennohaus erhielt er prominente Unterstützung durch einen Auftritt der Kabarettistin Anka Zink. Ratz und seine Band unterhielten die Münsteraner mit ihrer Mischung aus Ska, Punk, Polka, Rock, schweren Harmonien und handwerklichem Können und klärten zeitgleich über die aktuelle Situation von Flüchtlingen in Deutschland auf.

Ratz' Erzählungen seiner Erlebnisse der vergangenen Wochen verliehen den geistreichen Texten seiner Lieder einen aktuellen, beklemmenden und zum Nachdenken anregenden Hintergrund. Mit Herzenswärme und Lebensfreude brachte er das Münsteraner Publikum aus Stadtgesellschaft und direkt Betroffenen zum Mitsingen und Mittanzen und ermutigte sie ihren Kampf für eine bessere Flüchtlingspolitik fortzusetzen.